Suikoden - Das Epos der 108 Sterne


Erstveröffentlichung: 1995
Plattform: PSX
Entwickler: Konami

Taucht mit mir in die Welt eines echten PSX-Klassikers ein! Das Konami-RPG Suikoden habe ich in diesem Jahr endlich einmal nachgeholt und in der modernen HD-Neuauflage (Suikoden I & II HD Remaster Gate Rune and Dunan Unification Wars) auf der Nintendo Switch gezockt. In dieser Collection werden der erste und der zweite Teil der Reihe vereint und ordentlich aufpoliert. Da die originalen PSX-Versionen dieser Games ziemlich begehrt und entsprechend teuer sind, bietet sich mit der Neuauflage allen Interessierten die Möglichkeit dieses wegweisende RPG einmal selbst zu erleben.

Suikoden erschien ursprünglich am 15. Dezember 1995 in Japan. Nordamerika folgte im Dezember 1996, und wir in Europa konnten das Epos ab April 1997 auf unserer PlayStation erleben.
Die Handlung des Spiels ist tief verwurzelt in einem der vier klassischen Romane der chinesischen Literatur: „Die Räuber vom Liang-Schan-Moor“. Dieses Fundament liefert den narrativen Nährboden für eine komplexe Geschichte über Politik und Intrigen. In Suikoden werden wir Zeuge einer Revolution gegen eine tyrannische Herrschaft.
Der junge Held, Sohn eines Generals, findet sich schnell zwischen Loyalität zum Staat und der Notwendigkeit, sich gegen dessen Verfall aufzulehnen. Es ist ein Spiel, das seine Charaktere ernst nimmt und moralische Grauzonen auslotet.



Die zentrale und besondere Mechanik von Suikoden ist das Sammeln von 108 einzigartigen Charakteren. Jeder dieser "Sterne" schließt sich der aufstrebenden Befreiungsarmee an, deren Zentrum eine eigene, wachsende Festung wird.
Die Festung dient nicht nur als Operationsbasis, sondern als lebendiges Zuhause für die 108 Verbündeten, von denen jeder eine spezifische Rolle als Kämpfer, Wirt, Schmied, Item-Händler oder einfach als jemand, der die Gemeinschaft belebt, einnimmt. Dieses Feature verleiht der Suche nach Verbündeten einen echten, spürbaren Mehrwert und vermittelt ein Gefühl von Gemeinschaft und Fortschritt.

Suikoden brach mit den Konventionen, indem es nicht nur ein, sondern gleich drei verschiedene Kampfsysteme bot:
Da sind zum einen die regulären Gruppenkämpfe: Bis zu sechs Charaktere können gleichzeitig an rundenbasierten Kämpfen teilnehmen. Diese sind bemerkenswert schnell und knackig, oft innerhalb weniger Sekunden beendet. Die Originalversion auf der PSX zeichnete sich hier durch minimale Ladezeiten aus, was ein flüssiges Spielerlebnis garantierte.
Zum anderen gibt es Duelle (Eins-gegen-Eins-Kämpfe): In wichtigen Story-Momenten fordern sich Charaktere zu einem rituellen Duell heraus. Dieses läuft als ein einfaches, aber spannendes Schere-Stein-Papier-Prinzip ab, bei dem man die Ansagen des Gegners deuten muss.
Das dritte Kampfsystem sind die Massenschlachten: Vor einem Render-Hintergund inszeniert das Spiel Schlachten um die Oberhand einer Festung oder Region. Auch diese werden über eine Art Schere-Stein-Papier-Mechanik gelöst, wobei man verschiedene Einheiten (Magier, Bogenschützen, Infanterie) strategisch gegeneinander ausspielt.



Technisch war Suikoden bei seinem Erscheinen ein frühes PSX-RPG, das den Sprung von der 16-Bit-Ära nicht allzu radikal vollzog. Das Spiel nutzt einen Top-Down-2D-Stil mit relativ großen und detaillierten Sprites. Lediglich die Kampfszenen selbst brachten einen Hauch von 3D ins Spiel – mit einer polygonalen Arena und einer kurzen, rotierenden Kameraführung zu Beginn.
Die wahre technische Besonderheit der neuen Möglichkeiten der Playstation zeigte sich vor allem im Sound. Dank des CD-Mediums der PlayStation konnte orchestrale Musik in das Spiel integriert werden, die maßgeblich zur epischen Atmosphäre und den emotionalen Momenten
des Spiels beiträgt.



Im Gegensatz zu vielen heutigen oder selbst damaligen JRPG-Epen, die gerne mal 50, 60 oder mehr Spielstunden dauern, bietet Suikoden ein angenehm knackiges Abenteuer von etwa 20 bis 25 Stunden. Wer ein tiefgründiges RPG_Erlebnis sucht, ohne sich auf einen Monats-Marathon einlassen zu müssen, wird hier fündig.
Ein kleiner Wermutstropfen, ist wohl das hakelige Item- und Ausrüstungsmanagement, das angesichts der 108 Charaktere mitunter mühsam sein kann. Glücklicherweise bietet der HD-Remaster mit Features wie Auto-Speicherung und einem Battle Fast Forward angenehme Quality-of-Life-Verbesserungen, die das Erlebnis modernisieren.

Suikoden wurde später noch mehrfach für andere Systeme veröffentlicht, darunter der Sega Saturn und das Playstation Network. Der Titel begründete eine kultige RPG-Reihe mit mehreren Fortsetzungen auf der PlayStation und PS2. Auch einen Ableger für den Nintendo DS (Suikoden Tierkreis) gab es. 2025 soll zudem der Mobile-Ableger Suikoden STAR LEAP erscheinen.



Fans von Oldschool-JRPGs mit tiefgründigen, politisch angehauchten Geschichten und Liebhaber von Sammel-Mechaniken in Videospielen sollten diesem Klassiker unbedingt eine Chance geben. Die empfehlenswerte HD-Version bietet dabei die zugänglichste Spielerfahrung.



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