The Legend of Heroes: Trails Beyond the Horizon (Demo)
Erstveröffentlichung: 2024
Plattform: PS4, PS5m PC, NSW, NSW2
Entwickler: Nihon Falcom
Trails beyond the Horizon: Ein Blick über den JRPG-Horizont
Niemand von uns hat ewig Zeit. Das ist die Erkenntnis, die sich mir aufdrängt, wann immer ich auf meine Switch schaue und das Icon eines Trails-Spiels sehe. Die Legend of Heroes-Reihe, zu der die Trails-Saga gehört, ist ein Monument der Videospielgeschichte. Seit 2004 webt der Entwickler Nihon Falcom an einem einzigen, riesigen Narrativ, das sich über dutzende Spiele und einen ganzen Kontinent erstreckt.
Diese Woche habe ich rund drei Stunden in der Demo des neuesten Ablegers verbracht: Trails beyond the Horizon. Ein Spiel, das mich – wie schon seine Vorgänger – in einem tiefen Zwiespalt zurücklässt: Faszination für eine unvergleichliche Welt vs. Respekt vor der schieren Masse an Inhalten.
Ein Einstieg mit Hindernissen
Mein Weg in die Serie begann nicht 2004, sondern mit dem Release von Trails from Zero auf der Switch. Die Geschichte rund um den Stadtstaat Crossbell hat mich gepackt und ich habe sie beendet. Doch wer die ganze Saga verstehen will, müsste eigentlich bei Trails in the Sky anfangen, die verschiedenen Kapitel von Cold Steel durchforsten und sich durch Into Reverie kämpfen.
Das Problem: Die Reihe ist auf unzähligen Systemen verstreut – von der PSP über die Vita bis hin zur PS3 und dem PC. Zudem sind die meisten Titel nur auf Englisch verfügbar. Bei der enormen Redelastigkeit der Spiele ist das selbst mit guten Sprachkenntnissen eine echte Hürde. Allerdings: Das 2025 erschienene Remake von Trails in the Sky bietet erstmals eine deutsche Lokalisation und ein modernes Gewand. Ein Hoffnungsschimmer, dass Falcom seine Schätze nach und nach auch für uns hierzulande in übersetzter Form zugänglicher macht.
Das Kampfsystem: Ein echtes Highlight
Wenn man die Demo von Trails beyond the Horizon spielt, merkt man sofort, dass Falcom das JRPG-Handwerk mittlerweile wirklich gut beherrscht. Das System, das bereits in Trails through Daybreak eingeführt wurde, ist für mich das absolute Highlight. Es kombiniert Action-Kämpfe in Echtzeit mit klassischeren Rundenkämpfen.
Zwei Drittel der Demo fungieren als komplexes Tutorial. Man wird mit Werten, Abkürzungen und Mechaniken regelrecht beworfen. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich nach drei Stunden wirklich jedes Detail verstanden habe, aber sobald es "Klick" macht, fühlt es sich fantastisch an. Es ist dynamisch, taktisch und angenehm modern. Besonders löblich: Der Highspeed-Modus und die anpassbaren Schwierigkeitsgrade erlauben es, das Spiel fast meditativ zu genießen, wenn man sich nur auf die Story konzentrieren möchte.
Mein Fazit: Wo fängt man an?
Werde ich jemals alle Teile spielen? Ziemlich wahrscheinlich nicht. Aber die Reihe ist mittlerweile zu bedeutend, um sie zu ignorieren. Wer in “Trails” einsteigen will, dem will ich zwei (aus meiner Sicht) gute Möglichkeiten aufzeigen:
Der Crossbell-Arc: Trails from Zero und Trails to Azure sind vergleichsweise kompakte Einstiegspunkte. Ich selbst brenne darauf, in Azure endlich zu erfahren, wie die Geschichte in Crossbell endet.
Das Remake von Trails in the Sky: Es ist der wahre Anfang und dank der neuen Technik und deutschen Texte wohl der vernünftigste Weg, die Reise zu beginnen.
Über den Horizont hinaus - und dann?
Ein weiterer Teil nach Trails beyond the Horizon schließt bald den aktuellen Handlungsbogen in der Region Calvard ab. Gerüchten zufolge steuert die gesamte Saga dann auch langsam auf ein großes Finale zu. Ob Falcom dieses Epos wirklich bald beendet oder den Erfolg im Westen für noch mehr Ableger nutzt, bleibt abzuwarten. Ich werde die Reihe definitiv weiter im Auge behalten – auch wenn ich wohl nie "alles" sehen werde.