Ariana and the Elder Codex
Heute schreibe ich mal nicht über ein Retro-RPG, sondern über ein ziemlich aktuelles Game: In Ariana and the Elder Codex
springt die Heldin in fremde Welten, um korrumpierte Kodizes von
innen heraus zu heilen. Die Demo dieses Abenteuers hat auch mich in
eine andere Welt versetzt, denn es fühlte sich ein wenig so an, als
wäre ich wieder in die zeit des Nintendo 3DS zurückgesprungen.
Bei dem Titel handelt es sich nicht um ein klassisches,
rundenbasiertes Rollenspiel. Vielmehr fusionieren die Entwickler von
Hyde Elemente des Action-RPGs mit der Struktur eines
Metroidvanias. In einer 2D-Side-Scrolling-Perspektive
navigiert man Ariana durch die Seiten der sieben Helden-Bücher, um
die verloren gegangene Magie der Welt wiederherzustellen. Die
Veröffentlichung erfolgte im März 2026 primär für Konsolen, wobei
die technische Umsetzung auf der Nintendo Switch im Fokus meiner
Betrachtung steht.
Der erste optische Eindruck ist positiv besetzt. Das Spiel nutzt einen gezeichneten Grafikstil, der in seiner Ästhetik stark an die Ära des Nintendo 3DS erinnert. Für Liebhaber dieser Handheld-Generation – zu denen ich mich ausdrücklich zähle – erzeugt dies sofort eine wohlige, nostalgische Atmosphäre. Es wirkt fast wie ein verloren geglaubtes Juwel aus einer Zeit, in der portable Erlebnisse mit einem ganz eigenen, charmanten Look daherkamen.
Dieser Charme wird jedoch getrübt, sobald der Bildschirm an Fülle
gewinnt. In der von mir gespielten Demo zeigte sich die Hardware der
Switch stellenweise überfordert. Sobald eine größere Anzahl an
Gegnern gleichzeitig zu bekämpfen war, brach die Bildrate spürbar
ein bis hin zu kurzen Freezes.
Das Herzstück ist das zauberbasierte Kampfsystem. Ariana
verzichtet auf klassische Manapunkte und setzt stattdessen auf ein
Cooldown-System für ihre Fähigkeiten. In der Theorie erlaubt dies
fließende Kombinationen aus bis zu sechs verschiedenen Zaubern. In
der Praxis gestalteten sich die Gefechte für mich jedoch als recht
hektisch. Anstatt taktischer Tiefe dominierten schnelle Eingabefolgen
von Attacken und Zaubern, um der Gegnergruppen Herr zu werden. Eine
strategische Planung der Kämpfe, wie man sie aus anderen
RPG-Subgenres kennt, tritt hier hinter das reine Reaktionsspiel
zurück.
Obwohl die RPG-Mechaniken durch das Aufleveln und das Freischalten
neuer Talente vorhanden sind, bleibt das Spiel im Kern ein
Plattformer. Auch Item-Crafting gibt es wohl im Spiel, davon konnte
ich mir aber kein Bild machen. Im direkten Vergleich mit den Größen
des Genres muss sich Ariana jedoch geschlagen geben. An die
atmosphärische Dichte und die spielerische Brillanz eines
Castlevania: Symphony of the Night reicht das Abenteuer um die
Bibliothekarin qualitativ nicht heran.
Ariana and the Elder Codex ist ein charmanter, wenn auch
technisch nicht makelloser Vertreter des – so würde ich es
einordnen - Metroidvania-Genres mit deutlichen RPG-Anleihen. Wer die
Optik der 3DS-Ära schätzt und über gelegentliche
Performance-Einbußen sowie eine gewisse Hektik hinwegsehen kann,
findet hier ein solides Abenteue mit einem gewissen Retro-Charme.
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